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hexenverfolgung


Hexenprozesse - Hexenverfolgung 

Oft wird die Inquisition (lat. Verfolgung) nur der Hexenverfolgung zugeordnet, aber Fakt ist, dass sie sich zuerst auf Randgruppen und andersgläubige bezog wie in Spanien auf die Juden. Aber auch Häretiker, Dominikaner usw. wurden verfolgt. Erst gegen Ende des Mittelalters dehnte sich die Inquisition auch auf die Hexen aus, da diese ebenso angeblich die Stabilität der Gesellschaft gefährdeten. Den Höhepunkt erreichten die Hexenprozesse bei dem Krieg zwischen Protestanten und Katholiken, die beide gleich schlimm wüteten.

 

Zuerst sei auch vorweggenommen, dass die Kirche erst sehr viel später auf die Hexenverfolgung einging, ja sogar das Hexenwesen verleugnete und es hart bestrafte, sollte jemand von Hexen sprechen oder an diese glauben.

 

Aber wir dürfen natürlich auch nicht vergessen das die Hexenverfolgung in einer Zeit stattfand, in der die Inquisitoren rechtschaffene und unbescholtene Bürger waren und es eben zur damaligen Zeit genauso gefährlich war, an Hexen zu glauben, wie nicht an sie zu glauben, da man leicht als Ketzer gebranntmarkt wurde.

 

Das Wort Ketzer stammt aus dem griechischen katharoi = die Reinen; die Sekte Katharer entstand im 13.Jahrhundert aus einer häretischen Sekte.

 

Die Inquisition ist nur ein Aspekt der Kirche und die guten Taten und die damaligen Lebensumstände sollten nicht vergessen werde.

 

Im 12. Jahrhundert wurden die Klöster zu Spielhöllen und Bordellen des Klerus und Papst Alexander VI sagte : "Es ist nicht Gottes Wille, dass Sünder sterben mögen. Sie sollen leben - und bezahlen."

 

Denn Hauptgrund der Ketzerei war die Beschlagnahmung des Vermögens aller zu Ketzern Verurteilten. Die Gesetze wurden so erlassen, dass ein Verkaufen des Hab und Gutes nicht möglich war und auch kein Verschenken, da Ketzer nicht mehr rechtsfähig waren. 

 

Auch Freigesprochene blieben in Haft, da sie ihre Verhandlung, ihre Folterungen, ihren Aufenthalt selbst bezahlen mussten, aber da die Kirche schon Hab und Gut konfisziert hatte blieben diese in Haft da sie kein Geld mehr zum Zahlen hatten. Bekamen sie von jemand Unterstützung wurde dieser gleich der Ketzerei bezichtigt. 

 

Häretiker und Franziskaner, die nach der Bibel lebten und in Armut, wurden allesamt der Ketzerei bezichtigt, da sie der Kriche widersprachen (trotz des selben Glaubens). Einmal wurden 114 Franziskaner als Warnung verbrannt.  

 

Meistens versuchte die Kirche, sich auch mit den heidnischen Bräuchen und Vorgängern zu arrangieren, so wurden heilige Orte, Feste, ja sogar Götter übernommen wie z.B. die Göttin Brigit - sie wurde in eine Heilige gewandelt.



 

Die Hexenverfolgung nahm ihren Lauf, vor allem durch Raffgier und Neid, denn die als Ketzer Verurteilten wurden damals nicht oder nur in seltenen Fällen der Todesstrafe übergeben (diese traf eher die Juden), sondern mussten Busse tun und ihr Hab und Gut abgeben. Auch wenn sie verstorben waren, mussten die Nachkommen noch Jahre lang weiterbezahlen. Ausserdem bekamen die Richter für jede Verurteilung noch einen Bonus ausbezahlt. 

 

Auch ist nicht zu verkennen, dass die Dorfpriester eine eher schwache Ausbildung genossen und aus eher minderbemittelten Familien stammten und Ratsuchende doch eher zu dem alten weisen Weibchen im Dorf gingen. Dies erweckte natürlich den Neid der Priester und sie bezogen sich auf ihre Lehre : "Es ist die Pflicht, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, den Status der Kirche zu wahren."

Da nach der Prozessordnung auch jeweils ein einheimischer Theologe anwesend sein musste, war dies aber eher eine Farce. Zudem wurden so viele Menschen festgenommen, bevor überhaupt eine Anklage stattfand.

 

Im Dienste der Inquisition wurde es nun möglich, Rache zu nehmen, an Nachbarn, Bekannten oder Menschen, mit denen man im Zwist lag, die Beweislast lag schliesslich auf den Schultern der Beschuldigten und das ganze ging soweit, dass sich viele Menschen nun selbst belasteten, um mit einer geringeren Strafe davonzukommen. So erstatteten in Mallorca 337 Personen Selbstanzeige, im Jahre 1486 sogar 2'400 Menschen.

 

Der Bischof ging eines Tages zu einer todkranken Frau, die den Häretikern angehörte. Er versuchte die Frau zu bekehren. Als alles Reden nichts half, liess er die Frau samt ihres Bettes im Namen Jesus als Häretikerin verurteilen und übergab sie mitsamt ihres Bettes den Flammen .....nun, so lebte das ehemals heidnische Menschenopfer unter dem Deckmantel der Kirche wieder auf.

 

Anfangs wurden nur Bussen auferlegt, dies hatte den Nutzen, dass die Menschen nun steuerbar und gefügig wurden, denn der ganze Besitz wurde konfisziert und nicht zuletzt starben Angehörige oft an Hungersnot. Auch bereits verstorbene Menschen wurden als Häretiker verurteilt, ausgegraben, exhumiert und von den Friedhöfen entfernt.

 

Beliebte Zeugen waren auch vor allem Kleinkinder, die noch leicht zu beeinflussen waren. Ein Inquisitions-Hexenprozess lief so ab :

 

1. Das Verfahren war geheim

2. Allgemeines Zeugnis und Hörensagen wurden anerkannt

3. Dem Angeklagten wurde weder Art der Anschuldigung gestattet noch ein Rechtsbeistand

4. Die Zeugen waren anonym

5. Meineidige, Exkommunizierte oder Kinder konnten gegen Hexen/Ketzer aussagen

6. Entlastende Aussagen wurden nicht zugelassen. Wer Fürsprache hielt, wurde als Mittäter beschuldigt

7. Die Folter wurde grundsätzlich angewandt. Gestanden Angeklagte vorher, wurden sie gefoltert, um das Geständnis zu bekräftigen

8. Der Angeklagt musste unter Folter die Namen der Mitschuldigen nennen

 

Mit der Veröffentlichung des Hexenhammers der beiden Dominikaner Heinrich Institoris (Kaufmann) und Jakob Sprenger erreichte Ende des 15. Jahrhunderts die Hexenverfolgung in Deutschland ihren Höhepunkt. Dieses Werk ist bereits vom für die europäische Hexenverfolgung typischen Hass auf Frauen geprägt. Der Hexenhammer wurde sowohl von den Katholiken als auch der protestantischen Gesetzgebung anerkannt und enthielt Formeln und Rezepte der Austreibung von Dämonen und bösen Geistern. Auch beeilten sich die Autoren rasch zu versichern das Hexen der oberen Gerichtsbarkeit nichts anhaben können, zudem durch heilige Bräuche wie Weihwasser versprühen ein Schutz bestünde und auch die begnadet seien, welche von den heiligen Engeln geschützt wurden.

 

Die hier zitierte deutsche Übersetzung von J. W. R. Schmidt erschien 1906. Hier ein Auszug aus dem zweiten Kapitel: „Von der Art, das gotteslästerliche Hexenhandwerk zu betreiben."

 

Der Hexenhammer (Malleus maleficarum) von 1487

Die Art aber, ihr gotteslästerliches Handwerk auf Grund eines ausdrücklichen Treuepaktes mit den Dämonen zu betreiben, ist verschieden, da auch die Hexen verschieden bei der Ausübung ihrer Hexereien zu Werke gehen. Um dies zu verstehen, ist zuerst zu bemerken: Wie die Hexen in dreifacher Art auftreten, (…) nämlich solche, die schädigen, aber nicht heilen können, solche, die heilen, aber auf grund eines besonderen Paktes mit dem Teufel nicht schädigen, und solche die schädigen und heilen: ebenso gibt es auch unter den Schädigenden eine erste Klasse, in welcher alle die Hexen sind, welche alle übrigen Hexereien auszuführen vermögen, welche die anderen nur zum Teil vollbringen. Wo also ihre Weise beschrieben wird, ist zugleich Klarheit geschaffen über die anderen Arten. Es gehören aber dahin diejenigen, die gegen die Neigung der menschlichen Natur, ja aller Tiere, die Kinder der eigenen Art verschlingen und zu verzehren pflegen.

Und das ist die schlimmste Sorte, was Hexenwerk betrifft. Sie sind es nämlich, die sich auch mit unzähligen anderen Schädigungen befassen: sie nämlich schicken Hagelschlag, böse Stürme und Gewitter, verursachen Unfruchtbarkeit an Menschen und Tieren, bringen auch die Kinder, die sie nicht verschlingen, den Dämonen dar, wie oben steht, oder töten sie sonst. Doch dies trifft nur die Kinder, die nicht durch das Naß der Taufe wiedergeboren sind; wenn sie jedoch, wie sich zeigen wird, auch wiedergeborene verschlingen, dann geschieht das nur mit Zulassung Gottes. Sie verstehen auch Kinder, die am Wasser spazieren gehen, ohne daß es einer sieht, vor den Augen der Eltern in das Wasser zu werfen; die Rosse unter den Reitern scheu zu machen, von Ort zu Ort durch die Luft zu fliegen, körperlich oder nur in der Vorstellung, die Geister der Richter und Vorsitzenden zu bezaubern, dass diese ihnen nicht schaden können; sich und anderen auf der Folter Verschwiegenheit zu bewirken; die Hände derer, die sie fangen wollen, und ihre Herzen mit gewaltigem Zittern zu treffen; das anderen Verborgene zu offenbaren; auch die Zukunft vorherzusagen nach des Teufels Unterweisung, was jedoch auch eine natürliche Ursache haben kann (siehe die Frage: ob die Dämonen de Zukunft vorauswissen können? Sent. 2. dist 12.); Abwesendes wie gegenwärtig zu sehen, den Sinn der Menschen zu ungewöhnlicher Liebe und Hass  zu wandeln; bisweilen, wenn sie wollen, durch Blitzschlag, gewisse Menschen oder auch Tiere zu töten; die Zeugungskraft oder auch die Fähigkeit das Beilager zu halten wegzunehmen; Frühgeburten zu bewirken; die Kinder im Mutterleib durch bloße äußerliche Berührung zu töten; bisweilen Menschen und Tiere durch den bloßen Blick, ohne Berührung zu behexen, und den Tod zu bewirken; die eigenen Kinder den Dämonen zu weihen: kurz, können, wie vorbemerkt, alles Verderbliche, was andere Hexen nur zum Teil bereiten können, ausführen, falls Gottes Gerechtigkeit derlei zuläßt. Das wissen die in jene oberste Klasse gehörigen Hexen auszuführen, aber nicht umgekehrt. Das jedoch ist allen gemeinsam, daß sie mit dem Dämon fleischliche Unflätereien treiben.

Jakob Sprenger, Heinrich Institoris: Der Hexenhammer (Malleus maleficarum). Aus dem Lateinischen übertragen und eingeleitet von J. W. R. Schmidt. München 1982, S. 105-107.

 

Die erste Bekanntgabe von Hexensabbaten wurde erst um 1245 festgehalten; dies sollte vor allem für die Juden als Diskrimierung gelten, da die Sabbate einmal wöchentlich stattfinden sollten und auch die Orgien mit Satan wurden erst um 1345 dazugedichtet....nach Aussage von 2 Hexen die unter Folter den Geschlechtsakt und die Teufelsanbetung gestanden....bis dahin war Satan nur der Widersacher oder Gegner von Gott aber ab diesem Zeitpunkt nahm er vor allem die Gestalten des Ziegenbockes an und ist auf die Templer welchen sexuelle Orgien unterstellt wurden zurückzuführen. Aber schon jede natürliche Bewegung wurde vor der Inquisition zu einer "antichristlichen Perversität". Hierbei ist auf das 3. Buch Moses hinzuweisen, welches von dem jüdischen Sündenbock-Ritual berichtet, in der der Ziegenbock als Wächter des Bösen dargestellt wurde und auch die Texte aus dem 2. Buch Moses wiesen auf die sexuellen Rituale der Hexen hin :

- Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen

- Wer bei einem Vieh liegt der soll des Todes sterben

- Wer den Göttern opfert und nicht dem Herrn allein, der sei verbannt.

 

So kam es, dass vor allem die sexuellen Orgien mit dem Satan Hauptbestandteil des Hexenhammers waren und sich immer wieder auf diese Unzucht beriefen. Auch wurden nun Missernten, Pestwellen, Krankheit, Impotenz, Tod, Schmerz (eigentlich sämtliche Naturgewalten) den Hexen zugeschrieben.

 



Da es für einen Christen inakzeptabel war, Blut zu vergiessen, wurden die Folterinstrumente wie Daumenschrauben und auch die Verbrennungen bevorzugt, aber für die Unregelmässigkeiten, welche bei den Folterungen auftauchen konnten, z.B. früher Tod, Blutspritzer, durften sich die Folterer (Inquisitoren) sofort die Absolution erteilen. Ausserdem wurde das frühe Ableben eines Gefolterten damit gerechtfertig, das dies sein eigenes Verschulden sei, weil er nicht die Wahrheit gesagt hätte.

Die Hexenverfolgung wurde soweit getrieben das es in manchen Orten nur noch eine überlebende Frau gab und es wurden zu 90 % Frauen verurteilt, denn schon eine sitzengelassene Jungfer galt als Hexe und der Feldzug der Kirche gegen alles Weibliche und gegen die Frauen nahm ihren grausamen Höhepunkt.

 

Es gibt keine genauen Zahlen aber man geht davon aus, dasd zwischen 30'000 und 250'000 Frauen ihren Tod auf dem Scheiterhaufen fanden.

 

Auch war die Vergewaltigung der Frauen bei der Folter gang und gäbe und ihnen wurde oft auf dem Wege zum Scheiterhaufen die Zunge herausgeschnitten oder ein Holzknebel angelegt, damit sie nicht noch den Schaulustigen was mitteilen konnten. 

 

Die grausame Bilanz : 

 

In Como starben 1524 1'000 Hexen  
Strassburg verbrannte     5'000 Hexen  

Savoyen verurteilte 

auf einen Schlag

800 Hexen  

Parame bestätigte,  dass während des 15. Jahrhunderts

30'000 Hexen hingerichtet wurden
Remy gab zu 800 Hexen verurteilt
und 16 Hexen zum Selbstmord gezwungen zu haben
Bamberg 600 Hexen  
Nancy 800 Hexen  
Würzburg 1'900 Hexen  
Trier 7'000 Hexen  
Benedikt Carpzov hat 20'000 Hexen verurteilt und hingerichtet
England 30'000 Hexen  

 

Ein  Henker in Schlesien hatte innerhalb eines Jahres in einem Ofen 42 Frauen und Mädchen getötet - in 9 Jahren war die Zahl auf 1.000 Menschen angewachsen, darunter auch zwei- bis vierjährige Kinder. 

 

"Ich kann dies nicht vergessen, nicht nur die Hexenverfolgung sondern alle Kreuzzüge und Verfolgungen gegen alles andersartige und nicht ins Konzept passende .......

Ich stand auf dem hoch aufgeschichteten Holz, angebunden an einen Holzpflock, ich sah die vielen Gesichter und Münder die mir das Wort "Hexe" zuriefen und die johlten. Der Henker zündete den Scheiterhaufen an und langsam spürte ich wie die Wärme an mir hochkroch, ich spürte die Wärme an den Füssen und fühlte wie meine Haare Feuer fingen, langsam schmerzten meine Füsse, die schon von dem Feuer brannten....ich roch den süsslichen, ekelerregenden Geruch meines eigenen brennenden Fleisches... dann erinnerte ich mich an die Worte einer Alten....Atme tief ein, ganz tief den Rauch, dann geht es schneller. Ich holte tief Luft, atmete den Rauch und den Geruch meines gerösteten Fleisches ein und dachte ....Herr hilf Ihnen...denn sie wissen nicht, was sie tun."

 

Wusstest du, dass...

... es um 1245 zum ersten Hexenprozess in Toulouse kam?

....die erste Hinrichtung erst 1498 stattfand?

... das erste Werk über Hexenwesen "Formicarius" 1435 von John Nider verfasst wurde?

... es zwischen 1248-1526 47 päpstliche Erlässe gegen das Hexenwesen gab und die frühere Meinung, es gäbe keine Hexen, revidiert wurde?

... das Hexenwesen erst 1484 von der Kirche offiziell anerkannt wurde?

... die Höhepunkte in Frankreich in den Jahren 1450 - 1670 waren?

... die Hetzjagd auf Hexen in Deutschland erst 1570 begann?

... die letzte verurteilte Hexe in der Schweiz Anna Göldin hiess?

 

 



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