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Verdacht


Stellt euch vor, ein Mann kommt zu euch um euch Folgendes mitzuteilen:
"Mein Name spielt keine Rolle. Die Zeit ist rückwärts gelaufen, wir sind in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts in Rheinbach im Kurfürstentum Köln. Und du hast ein grosses Problem. 
Es ist meine Pflicht, dich mit Hinweisen und Ratschlägen auf einem schweren Weg zu begleiten, auch wenn ich dir nicht helfen kann. Du hast heute wirklich Pech, weisst du schon? Die giftige Nachbarin von nebenan hat dich nach jahrelangem Streit nun in aller Öffentlichkeit der Zauberei beschuldigt, denn ihr Hausdach ist schon wieder undicht. Vielleicht lachst du jetzt noch darüber, aber das wird sich bald ändern. Du bist eigentlich schon eine Leiche auf Urlaub und weisst es nur noch nicht. Denn nun hast du zwei Alternativen: entweder du schweigst zu den Vorwürfen oder du kämpfst  dagegen."



- Wenn du schweigst, ist damit deine Schuld fast schon bewiesen. Denn nach einem alten Rechtsgrundsatz heisst es: "qui tacet, concentiret", wer schweigt der stimmt zu.
-
Wenn du gegen den Vorwurf kämpfst, ist damit deine Schuld ebenfalls fast schon bewiesen. Denn je heftiger du dich gegen den Verdacht wendest, desto verdächtiger ist dies nach dem Prinzip: So jemand scheint es wohl dringend nötig zu haben, das wird wohl einen Grund haben."

©zpr.uni-koeln.de



Verhaftung

Es wurden bestimmte Vorsichtsmassnahmen festgesetzt, die bei der Verhaftung der Hexe eingehalten werden mussten. Es gab einen bestimmten Aberglauben, der besagt, dass zwischen der Hexe und der Erde eine magische Kraft liege. Deshalb sollte bei der Gefangennahme die Hexe von hinten gepackt und dann hochgezogen werden, um den Kontakt mit der Erde zu unterbrechen, damit die Hilfe des Teufels unterbunden sei. Doch dieser Aberglaube bewirkte noch andere Gräueltaten, wie das bei den eingekerkerten Frauen, die oft in den Gefängnissen in Kupfer-Körbe gesteckt und daran am Haken an der Decke aufgehängt wurden. In der Kälte und in einer qualvollen Stellung, mit nassen Lumpen nur bekleidet, da sie ihre Notdurft ja auch darin verrichten mussten, starben viele Frauen schon bereits vor der Verhandlung.



Hexenproben

Hexenproben sind auch unter der Bezeichnung Gottesurteil bekannt. Ein Zeichen Gottes konnte nach dem Volksglauben die Unschuld beweisen. In engen Zusammenhang steht dazu der Glaube, dass der Schuldige nur mit Hilfe teuflischen Machwerks siegen kann. Aus dieser Vorstellung entstanden die Hexenproben wie z.B. Eisen-, Feuer-, Nadel-, Tränen- und Wasserproben.

Wasserprobe (das Hexenbad)

Das Opfer wurde mit den Daumen an die gegenüberliegenden Zehen gefesselt und, an ein Seil gebunden, ins Wasser hinabgelassen, z. B. in einem Fluss oder Teich.
Schwimmen war das Zeichen der Schuld und damit die Hexerei erwiesen. Sank der Körper ins Wasser, so galt die Angeklagte als unschuldig (meistens ertrank sie dann aber). Insgesamt konnte die Probe bis zu 3x wiederholt werden.

Eine Vorstellung war, dass der Teufel im Wasser mit der Hexe war und ihr Untersinken verhinderte. Eine andere Vorstellung beruhte darauf, dass Hexen sehr leicht sein mussten, um fliegen zu können und daher nicht untergehen konnten.
Die Wasserprobe wurde bei Mitgliedern unterer Klassen angewendet.

Wägeprobe

Ähnlich wie in der Wasserprobe war auch hier das Prinzip, dass Hexen leichter sein mussten, um die Fähigkeit des Fliegens nicht zu verlieren. Das gemessene Körpergewicht gab Auskunft darüber, ob es sich bei der Frau um eine Hexe handelte oder nicht. Man ging davon aus, dass die angeklagte Person nicht über 5 Kilo weniger wiegen durfte als ein bestimmtes geschätztes Gewicht. War sie leichter, musste sie eine Hexe sein. Man ging aber auch davon aus, dass, wenn sie nicht leichter war, sie die Waage verhext haben müsste (demzufolge ebenfalls als Hexe angeklagt werden konnte).

Feuerprobe

Die Angeklagten mussten ein glühendes Stück Eisen über eine bestimmte Entfernung tragen, oder barfuss mit verbundenen Augen über rotglühende Pflugscharen gehen. Drei Tage später wurden Hände und Füße begutachtet. War die Angeklagte verletzt (was wohl im allgemeinen zu erwarten ist), so galt sie als schuldig, war sie unverletzt, wurde sie für unschuldig erklärt

Das Teufelsmal

Das Teufelsmal war eines der weiteren Proben. Man ging davon aus, dass der Teufel den Hexen ein heimliches Zeichen auf den Körper drückte. Wurde eine Frau der Hexerei verdächtigt, entkleidete man sie und suchte nach Warzen und Flecken, welche sich nicht wegwaschen liessen. Ungeachtet dessen fanden bei den Untersuchungen Missbräuche und sexuelle Misshandlungen statt.



P
rozess


Da der Hexenhammer genaue Anweisung enthielt, wie mit den Hexen im Prozess umzugehen sei und mit Zustimmung von Staat und Kirche, waren der Gewalt und dem Sadismus jede Tür geöffnet. Im dritten Teil des Hexenhammers standen genau Anweisungen zum Töten von Verdächtigen. An Rathäusern und Kirchen sollten als erstes Anschläge erfolgen, die unter Androhung der Exkommunizierung alle auffordern, Ketzer und Hexen anzuzeigen. Dem Aufruf zur Denunziation folgt eine genaue Beschreibung der Zeugenverhöre.
Es durfte so ziemlich jeder eine Aussage tätigen, Hexer gegen Hexer, Ketzer gegen Ketzer, Verbrecher, Exkommunizierte und sogar Familienmitglieder gegen Ihr eigen Fleisch und Blut.
Es wurde alles erdenklich Mögliche getan um Hexen zu belasten, aber nichts durfte unternommen werden um sie zu entlasten. Die Denunzianten brauchten sich nicht einmal öffentlich zu erkennen geben, die Anonymität war ihnen vorbehalten Es gab zwar Verteidiger, aber die waren kaum anwesend und wenn, dann waren sie dazu angehalten sich nicht selbst der Ketzerei schuldig zu machen durch die Verteidigung eines Ketzers. Hört sich wahnsinnig an, aber das war so zu dieser Zeit. Man kann eindeutig erkennen, dass das ein Denkfehler war und der Angeklagte eigentlich keine Chance hatte seine Unschuld zu beweisen.


 

 



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